So geht man mit unserer Insel nicht um

CDU Pellworm: So geht man mit unserer Insel nicht um

Der Rückbau von rund 20 Deichpforten sorgt auf Pellworm zu Recht für Unverständnis und Ärger. Wir als CDU Pellworm haben uns die vorliegenden Unterlagen genau angesehen, weitere Informationen zusammengetragen und uns intensiv mit dem bisherigen Verfahren beschäftigt.

Für uns steht fest:

Wir wollen so viele sinnvolle Deichzugänge wie möglich erhalten beziehungsweise wieder ermöglichen. Und wir halten die Art und Weise, wie der Rückbau erfolgt ist, für nicht akzeptabel.

Beides gehört für uns zusammen: Eine klare Haltung zu dem, was passiert ist – und die Verantwortung, jetzt eine tragfähige Lösung zu erreichen.

Der Deich gehört zum Leben auf Pellworm

Niemand auf Pellworm stellt die Bedeutung des Küstenschutzes infrage. Unser Deich schützt unsere Insel und damit unsere Lebensgrundlage.

Aber der Deich ist gleichzeitig Teil unseres Lebensraums. Die Zugänge werden von Anwohnern, Spaziergängern, Radfahrern und Gästen genutzt. Und sie haben eine weitere wichtige Funktion: die Erreichbarkeit des Deiches im Not- und Katastrophenfall.

Das sieht im Übrigen auch der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) selbst so. In seinem Vermerk zum Ortstermin wird ausdrücklich festgehalten, dass eine gewisse Zugänglichkeit des Deiches „insbesondere im Katastrophenfall auch im Interesse des LKN“ liegt.

Deshalb ist die Frage für uns nicht, ob Küstenschutz oder Zugänglichkeit wichtiger sind. Wir brauchen beides.

Von zwei Pforten zu einer Entscheidung für die ganze Insel

Ausgangspunkt des gesamten Vorgangs waren zwei nicht mehr verkehrssichere private Pforten im Bereich Kleiner Norderkoog/Norderhaffdeich. Diese beiden Pforten waren gewissermaßen der Stein des Anstoßes für eine grundsätzliche Überprüfung durch den LKN.

Im Zuge dieser Überprüfung rückten neben der Genehmigungssituation auch die heutigen technischen Anforderungen an Deichpforten und die Anforderungen an die Deichunterhaltung in den Mittelpunkt. Bestehende Pforten entsprechen teilweise nicht mehr den heutigen Konstruktionsanforderungen. Genehmigte Holzpforten werden deshalb durch Pforten aus verzinktem Stahl ersetzt. Das gilt nach unserem Kenntnisstand übrigens nicht nur auf Pellworm sondern im ganzen Zuständigkeitsbereich des LKN-SH.

Dass der LKN bestehende Anlagen überprüft und technische Anforderungen des Küstenschutzes berücksichtigt, stellen wir nicht infrage. Für uns folgt daraus aber nicht zwangsläufig der ersatzlose Wegfall eines Zugangs. Wo eine Pforte sinnvoll und genehmigungsfähig ist, sollte vielmehr geprüft werden, wie sie technisch regelkonform erhalten oder wiederhergestellt werden kann.

Was wir aber infrage stellen, ist der Umgang mit dem Ergebnis dieser Überprüfung.

Denn aus zwei konkreten Fällen entwickelte sich schließlich ein Vorgehen für die gesamte Insel, an dessen Ende der Rückbau von rund 20 Pforten stand beziehungsweise steht.

Das Verfahren kritisieren wir ausdrücklich

Eine über Jahrzehnte bestehende und von den Menschen genutzte Infrastruktur wird nicht einfach beseitigt, ohne die Betroffenen rechtzeitig und nachvollziehbar mitzunehmen.

Die Bevölkerung hätte in das Verfahren einbezogen, zumindest aber vor dem Vollzug informiert werden müssen. Der LKN hat inzwischen selbst eingeräumt, dass genau diese vorherige Information nicht funktioniert hat.

Unsere Kritik geht aber über die fehlende Kommunikation hinaus. Wenn Zugänge zum Deich wegfallen, müssen auch ihre unterschiedlichen Funktionen berücksichtigt werden: für Anwohner, für Gäste, für die Erreichbarkeit verschiedener Deichabschnitte und insbesondere für die Deichverteidigung im Katastrophenfall. Die für den Katastrophenfall vorgesehenen Deichzugänge sind im Katastrophenschutzplan ausgewiesen. Gleichzeitig hält der LKN selbst fest, dass eine gewisse Zugänglichkeit des Deiches „insbesondere im Katastrophenfall auch im Interesse des LKN“ liegt.

Für uns zeigt das: Bei der Frage, welche Pforten Pellworm künftig braucht, müssen Küstenschutz, Katastrophenschutz und die berechtigten Interessen der Insel gemeinsam betrachtet werden.

Dazu gehört für uns auch ein verlässliches Verfahren. Wo Absprachen und Verständigungen zwischen den Beteiligten getroffen werden, müssen diese für Alle transparent sein und Bestand haben. Gerade daran hat der bisherige Verlauf aus unserer Sicht Zweifel aufkommen lassen.

Die politische Beteiligung muss besser werden

Der Ortstermin fand zwischen Vertretern des LKN, der Bürgermeisterin und einem Vertreter der Gemeinde beziehungsweise des Bauhofs statt. Dabei wurden weitreichende Rahmenbedingungen für den weiteren Umgang mit den Pforten festgelegt.

Aus unserer Sicht hätte dieser Vorgang mit solchen Auswirkungen in die politische Beratung der gesamten Gemeindevertretung gehört.

Das sagen wir ausdrücklich.

Es geht dabei nicht darum, im Nachhinein persönliche Schuldzuweisungen vorzunehmen. Aber kommunalpolitische Entscheidungen von erheblicher Bedeutung sollten transparent beraten und auf eine möglichst breite politische Grundlage gestellt werden.

Diesen Anspruch haben wir auch an uns selbst.

Deshalb wollen wir jetzt erreichen, dass die weitere Lösung nicht in einzelnen Gesprächen oder zwischen einzelnen Beteiligten entsteht, sondern transparent in die Gemeindevertretung getragen wird. Alle Fraktionen sollten über denselben Sachstand verfügen und gemeinsam über die beste Lösung für Pellworm entscheiden können.

Unsere Position: So viele sinnvolle Zugänge wie möglich

Für die CDU Pellworm ist deshalb klar: Wir setzen uns dafür ein, so viele sinnvolle Deichzugänge wie möglich zu erhalten beziehungsweise wieder zu ermöglichen.

Dabei versprechen wir niemandem, dass jede einzelne der zurückgebauten Pforten wiederkommen kann. Küstenschutzrechtliche, technische und eigentumsrechtliche Anforderungen müssen eingehalten werden.

Aber genauso wenig akzeptieren wir die Vorstellung, dass mit dem Rückbau die Diskussion beendet ist.

Denn inzwischen wissen wir: Ein Genehmigungsverfahren nach § 70 LWG ist grundsätzlich möglich. Der LKN weist selbst auf diese Möglichkeit hin. Auch die Übernahme einzelner Pforten durch die Gemeinde war bereits Bestandteil der bisherigen Überlegungen.

Diesen Spielraum wollen wir nutzen. Dabei sollte nicht allein die Frage entscheidend sein, wem eine Pforte früher zugeordnet war. Entscheidend muss auch sein, welche Funktion ein Zugang heute für Pellworm erfüllt – für Anwohner, für unsere Gäste, für die allgemeine Erreichbarkeit des Deiches und für den Not- und Katastrophenfall.

Auch Sitzgelegenheiten gehören für uns dazu

Zur Zugänglichkeit und Aufenthaltsqualität des Deiches gehören für uns auch Sitzgelegenheiten an geeigneten Stellen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass es auch künftig Möglichkeiten gibt, auf dem Deich Platz zu nehmen und unsere Insel und das Wattenmeer zu erleben.

Wo und in welcher Form dies mit den Anforderungen des Küstenschutzes vereinbar ist, wollen wir gemeinsam mit dem LKN klären.

Wir bringen unsere Position in die Gemeindevertretung ein

Die CDU Pellworm wird sich in der kommenden Gemeindevertretersitzung dafür einsetzen, dass die Gemeinde Verantwortung übernimmt und gemeinsam mit dem LKN klärt, welche zusätzlichen Deichzugänge erhalten beziehungsweise wieder eingerichtet und dauerhaft gesichert werden können.

Dabei sollen insbesondere die Bedürfnisse der Anwohner, die Zugänglichkeit für Bevölkerung und Gäste, die Abstände zwischen den verbleibenden Zugängen sowie die Anforderungen von Deichverteidigung und Katastrophenschutz berücksichtigt werden.

Wo eine Pforte sinnvoll und genehmigungsfähig ist, wollen wir, dass die Gemeinde sich für eine Lösung einsetzt.

Entscheidend ist für uns dabei nicht, von welcher Fraktion am Ende welcher Vorschlag kommt. Entscheidend ist, dass die Gemeindevertretung eine möglichst starke gemeinsame Position gegenüber dem LKN entwickelt und für Pellworm ein gutes Ergebnis erreicht.

Klare Haltung und trotzdem miteinander reden

Wir wissen, dass wir für eine gute Lösung den LKN brauchen. Und selbstverständlich braucht es dafür auch die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde. Das hindert uns aber nicht daran, deutlich zu sagen, wenn wir einen Vorgang für falsch halten.

Konstruktive Politik bedeutet für uns nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Sie bedeutet, eine Position zu haben und anschließend dafür zu sorgen, dass aus dieser Position eine Lösung wird.

Wir erwarten vom LKN einen anderen Umgang mit Pellworm, wenn Entscheidungen dieser Tragweite anstehen. Kommunikation, Beteiligung und getroffene Absprachen müssen verlässlich sein.

Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit dem LKN einen Weg finden, so viele sinnvolle Deichzugänge wie möglich wieder zu ermöglichen und dauerhaft zu sichern.

Am 15. September gehört das Thema in die Öffentlichkeit

Am Dienstag, den 15. September 2026, um 20 Uhr im Bürgerhus wird sich die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung auch ausführlich mit dem Thema Deichpforten beschäftigen.

Wir hoffen sehr, dass auch ein Vertreter oder eine Vertreterin des LKN an dieser Sitzung teilnehmen wird. Viele der offenen Fragen lassen sich am besten im direkten Austausch klären.

Die CDU Pellworm wird dort ihre Position klar vertreten und sich für den Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung möglichst vieler sinnvoller Deichzugänge einsetzen.

Und wir möchten ausdrücklich dazu aufrufen, dass möglichst viele Pellwormerinnen und Pellwormer an dieser öffentlichen Sitzung teilnehmen.

Die Frage, wie der Zugang zu unserem Deich künftig gestaltet wird, betrifft nicht nur einzelne Anlieger. Sie betrifft unsere Insel insgesamt – die Menschen, die hier leben, unsere Gäste und nicht zuletzt die Erreichbarkeit des Deiches im Not- und Katastrophenfall.

Nach einem Verfahren, bei dem viele Menschen auf Pellworm zu Recht das Gefühl hatten, nicht ausreichend beteiligt worden zu sein, halten wir eines für besonders wichtig:

Unser Ziel bleibt klar: Pellworm soll so viele sinnvolle und sichere Deichzugänge wie möglich haben. Dafür setzen wir uns ein.

Wir freuen uns über eine breite Beteiligung an der Sitzung der Gemeindevertretung am 15. September um 20 Uhr im Bürgerhus.

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